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Verkehrsunfälle

Police car on the street

Jährlich registriert die Polizei zirka 2,5 Millionen Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen. Die meisten gehen dabei vergleichsweise glimpflich aus resultieren einzig in Sachschäden. Viel zu tun in Sachen Schadensregulierung für die Versicherer.

Personen, die in einen Unfall geraten, stellen sich häufig nicht nur die Frage nach der Schuld der einzelnen Unfallbeteiligten. Auch die Abwicklung der Schadensregulierung gegenüber den Versicherern stellt die Beteiligten regelmäßig vor Probleme: Wer haftet für die entstandenen Schäden? Wie und wo sollte der Autounfall gemeldet werden? Was ist zu tun, wenn die Versicherung den durch den Unfall entstandenen Schaden nicht oder nur teilweise anerkennt? Welche Ansprüche auf Schadensersatz ergeben sich überhaupt?

Wer haftet für entstandene Unfallschäden?

Ein Schadensersatzanspruch ergibt sich im Verkehrsrecht wesentlich aus der sogenannten Gefährdungshaftung. § 7 Straßenverkehrsgesetz (StVG) bestimmt, dass in der Regel die Halter der Kraftfahrzeuge für Schäden haften, die durch einen Unfall mit einem auf sie zugelassen Fahrzeug entstanden sind – und das verschuldensunabhängig. Aus diesem Grunde sind in Deutschland alle Fahrzeughalter dazu verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Die Haftpflicht trägt in der Regel die Schäden, die Dritten durch das versicherte Fahrzeug zugefügt wurden. Das umfasst sowohl Sachschäden als auch immaterielle Schäden (Verletzungen des Körpers, der Gesundheit oder sogar für fahrlässige Tötung sich ergebende Haftungsansprüche). Für Eigenschäden des Unfallverursachers treten ggf. Kasko- und Unfallversicherungen ein.

Neben dem Halter kann aber auch der jeweilige Fahrer in Haftung genommen werden, wenn es durch dessen Verschulden zu einem Unfall kam (§ 18 StVG).

Wer trägt eigentlich die Schuld an dem Unfall?

Zusätzlich zur reinen Haftungsfrage ist aber auch immer die Schuldfrage von Interesse für die Regulierung entstandener Unfallschäden. Grundsätzlich ist es möglich, dass auch anderen Unfallbeteiligten zumindest eine Teilschuld an den entstandenen Schäden zugewiesen werden kann. In diesem Fall können sich deren Schadensersatzansprüche auch mindern.

Die Klärung der Schuldfrage gestaltet sich je nach Unfallkonstellation mal mehr, mal minder schwierig:

  • Auffahrunfall: “Wer auffährt, ist schuld”, lautet ein allgemeines Credo, doch ganz so einfach ist das nicht in jedem Fall. Hat der Vorausfahrende plötzlich und abrupt gebremst? War die Bremsung vorhersehbar? Drohte ohne Bremsung z. B. ein Wildunfall mit Großwild? Die Bewertung eines Mitverschuldens an dem Unfall ist grundsätzlich an den spezifischen Einzelfall gebunden. Besonders schwierig gestaltet sich dies auch bei einer Massenkarambolage.
  • Motorradunfall: Bei einem Unfall mit einem motorisierten Zweirad kann trotz Hauptverschulden auf Seiten eines Autofahrers vereinzelt auch dem Motorradfahrer eine Mitschuld zugewiesen werden. Hat dieser zum Beispiel vorschriftswidrig keinen Schutzhelm getragen, der entstandene Kopfverletzungen zumindest hätte verringern können, so kann dies mitunter als Mitverschulden gegen sich selbst gewertet werden (BGH NJW 65,1075; NJW 83,1380). Dies kann sich auf die Höhe des nach dem Unfall zugesprochenen Schmerzensgeldes auswirken.
  • Unfall auf der Autobahn: Zu hohe Geschwindigkeiten, zu geringe Abstände, riskante Überholmanöver, nicht gesetzte Blinker – die Unfallursachen können hier vielfältig sein. Fehlverhalten auch bei anderen Unfallbeteiligten kann dann ebenfalls die Anspruchshöhe verringern.

Im Übrigen: Eine vollendete Fahrerflucht nach einem Unfall oder Trunkenheit am Steuer, die zum Schadensereignis beitrug, verhindert zwar in der Regel nicht, dass die Haftpflichtversicherung für die entstandenen Schäden Dritter eintritt. Diese kann jedoch bei Verstoß gegen eine vertraglich festgeschriebene Obliegenheit den Betroffenen in Regress nehmen.

Wie sollten Sie nach einem Unfall handeln?

  1. Verlassen Sie und alle anderen Insassen das Fahrzeug (am besten auf der dem Verkehr abgewandten Seite). Ziehen Sie ggf. die Warnweste zuvor über.
  2. Unfallstelle absichern (Warndreieck, Warnblinker).
  3. Bei Personenschäden: Leisten Sie, wenn nötig, Erste Hilfe und setzen Sie einen Notruf ab.
  4. Bei Sachschäden: Es ist empfehlenswert, auch bei geringeren offensichtlichen Schäden, die Polizei zum Unfall zu rufen.
  5. Füllen Sie einen ggf. vorhandenen Unfallbogen mit dem Unfallgegner aus. Hier können Sie auch eine Unfallskizze hinzufügen. Diesen können Sie dann der Versicherung für die Schadensregulierung vorlegen.
  6. Melden Sie den Unfall bei Ihrem Versicherer. Geschädigte melden den Unfall zusätzlich bei der gegnerischen Kfz-Haftpflicht.

Interessant: Unverschuldet Geschädigte können ggf. einen Anwalt mit der Schadensregulierung betrauen. Die Anwaltskosten können dann in der Regel ebenfalls der gegnerischen Versicherung in Rechnung gestellt werden.

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